
In diesem Ratgeber
Sie haben für einen neuen PC gespart. Dann suchen Sie eine Zusammenstellung heraus, die vor einigen Monaten empfohlen wurde, prüfen die Komponenten und erkennen das damalige Budget kaum wieder. Die Grafikkarte ist teuer. Der Arbeitsspeicher ebenfalls. Selbst die SSD, die früher oft schnell mitbestellt war, zwingt zum Nachrechnen.
2026 kommen mehrere Ausgaben zur falschen Zeit zusammen. Engpässe bei Arbeitsspeicher, Speicherlaufwerken und Grafikkarten machen den Kauf eines neuen PCs besonders mühsam. Manche Käufer greifen deshalb wieder zu DDR4-Systemen, um ihr Budget einzuhalten.
Künstliche Intelligenz erklärt einen Teil dieser Entwicklung. Um die Rechnung zu verstehen, lohnt ein Blick darauf, was Rechenzentren kaufen, worauf Hersteller ihre Produktion ausrichten und was tatsächlich im Handel ankommt.
Auch Rechenzentren brauchen viel Speicher
Ein PC nutzt verschiedene Speicherarten. Der RAM hält Daten geöffneter Programme griffbereit. Die SSD bewahrt Dateien und Spiele auch bei ausgeschaltetem Computer auf. Die Grafikkarte besitzt eigenen Speicher, meist Videospeicher oder VRAM genannt.
Auch KI-Server benötigen große Mengen an Speicher. Dabei handelt es sich nicht durchweg um dieselben Produkte wie im heimischen PC. Ein Serverchip ersetzt nicht unmittelbar ein RAM-Modul für den Desktop. Trotzdem müssen Hersteller entscheiden, wofür sie Produktionskapazität und Investitionen einsetzen.
In seiner Analyse vom 30. September 2026 beschreibt TrendForce eine weiterhin auf Serveranwendungen ausgerichtete DRAM-Produktion und eine starke Nachfrage nach Enterprise-SSDs. Für das vierte Quartal erwartete das Unternehmen weitere Steigerungen der Vertragspreise: 10 bis 15 % bei herkömmlichem DRAM und 15 bis 20 % bei NAND, dem Flash-Speicher in SSDs. Analyse von TrendForce
Diese Prozentsätze betreffen Industrieverträge im Vergleich zum Vorquartal. Sie bedeuten nicht, dass jedes RAM-Kit im Einzelhandel im gleichen Umfang teurer werden muss. Zwischen Chip und Warenkorb liegen Lagerbestände, Vertrieb, Sonderangebote und die Marge des Händlers.
Günstiger eingekaufte Bestände gehen irgendwann aus
Zwei Händler können ähnliche Produkte zu sehr unterschiedlichen Preisen anbieten. Einer verkauft noch Ware, die vor dem Preisanstieg eingekauft wurde. Der andere hat gerade zu neuen Konditionen nachbestellt.
Framework beschreibt diese zeitliche Verschiebung in seinen Preisupdates. Der Hersteller erklärt, bestimmte Konfigurationen und Speicherkapazitäten nach dem Verbrauch älterer, günstiger eingekaufter Bestände verteuert zu haben. Framework zu seinen RAM- und SSD-Einkäufen
Das erklärt, warum ein gutes Angebot verschwinden kann, obwohl sich am Produkt nichts geändert hat. Die nächste Lieferung kostet den Händler mehr. Das rechtfertigt nicht jeden aufgerufenen Preis, erklärt aber einen Teil der scheinbar absurden Unterschiede zwischen zwei Preisvergleichen im Abstand weniger Wochen.
Auch Grafikkarten werden teurer
Die Krise betrifft mehr als RAM. In seinem Bericht vom 31. August 2026 verzeichnet TechSpot erneut steigende Grafikkartenpreise in zehn Ländern, mit Unterschieden nach Marke und Modell. Die Analyse bringt unter anderem den angespannten Speichermarkt mit GPU-Preisen in Verbindung, ohne den gesamten Anstieg auf eine einzige Ursache zurückzuführen. GPU-Preisbericht von TechSpot
Was das in Euro bedeutet, zeigen drei Erhebungen aus dem Grafikkartenvergleich von ComputerBase für Deutschland. Es handelt sich um die jeweils günstigsten erfassten lieferbaren Angebote an den genannten Tagen, nicht um heute garantierte Preise oder Angebote aus anderen Ländern.
| Grafikkarte | 24. Juli 2026 | 2. Oktober 2026 | Berechnete Änderung |
|---|---|---|---|
| GeForce RTX 5060 | 289 € | 430 € | +141 €, rund +49 % |
| GeForce RTX 5070 | 564 € | 799 € | +235 €, rund +42 % |
| Radeon RX 9070 XT | 649 € | 789 € | +140 €, rund +22 % |
Preisquelle: ComputerBase, Tabelle zur Preisentwicklung von Grafikkarten. Die Unterschiede wurden aus diesen Erhebungen berechnet.

Der Anstieg betrifft also auch Karten unterhalb der höchsten Preisklasse. Wenn die GPU bereits hundert Euro mehr vom Budget verschlingt, lässt sich eine weitere Verteuerung von SSD oder RAM schwer auffangen.
Die Rückkehr zu DDR4 erzählt vor allem von knappen Budgets
Auf Reddit stellt der Verfasser von „Building a PC with DDR4 in 2026“ ein System aus Core i5-13400F, 32 GB DDR4 und RTX 5060 Ti 16 GB vor. Er erklärt, eine Maschine nach seinen finanziellen Möglichkeiten gewählt zu haben, und zeigt sich mit dem Spielerlebnis zufrieden.
Die Antworten beschäftigen sich ebenso mit dem Budgetlimit wie mit der Speichergeneration. Manche verteidigen DDR4. Andere meinen, die Ersparnis rechtfertige nicht immer eine ältere Plattform. Es sind persönliche Erfahrungen mit unterschiedlichen Preisen und Anforderungen. Das Dilemma ist aber nachvollziehbar: mehr für eine neue Plattform ausgeben oder das Geld für die Grafikkarte behalten?
Ein DDR4-PC kann die eigenen Anforderungen weiterhin erfüllen. Ob er sich finanziell lohnt, hängt vor allem vom Gesamtpreis aus Prozessor, Mainboard und RAM sowie von bereits vorhandenen Teilen ab. Auch DDR4 ist teurer geworden, wie Teilnehmer dieser Preisdiskussion schildern.
Achten Sie auf die Kompatibilität: DDR4-Module passen nicht in DDR5-Steckplätze. Die Entscheidung betrifft deshalb auch Mainboard und Prozessor. Kingston erklärt DDR4- und DDR5-Plattformen
Hersteller rechnen inzwischen mit Engpässen bis 2030
Die Jahreszahl 2030 stammt nicht mehr nur aus besorgten Forendiskussionen. In seinen am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Ergebnissen schätzt SK hynix, dass die Speichernachfrage das Angebot bis 2030 übersteigen könnte. Das Unternehmen verweist auf KI-Nachfrage, aufwendige Fertigungsverfahren und die Zeit für den Bau neuer Anlagen. Offizielle Mitteilung von SK hynix

Diese Branchenprognose nennt keinen Termin für sinkende Ladenpreise. Sie sagt auch nicht, dass sämtliche Komponenten vier Jahre lang ununterbrochen teurer werden. Einzelne Modelle können günstiger werden, Sonderangebote auftauchen und Wettbewerbsverhältnisse sich ändern, während der Markt angespannt bleibt.
Für Käufer heißt das vor allem: Ein paar Wochen zu warten garantiert keine Rückkehr zu früheren Preisen. Ein Panikkauf garantiert ebenso wenig ein Schnäppchen.
Prüfen Sie den gesamten Warenkorb
Wenn Ihr vorhandener PC Ihre Anforderungen erfüllt, zwingt Sie der Preisanstieg seiner Komponenten zu nichts. Sie können ihn weiter nutzen. Müssen Sie jetzt kaufen, vergleichen Sie mehrere vollständige Konfigurationen und legen Sie fest, wie viel Sie tatsächlich ausgeben möchten.
Ein günstiges RAM-Kit kann seinen Vorteil verlieren, wenn es einen zu teuren Prozessor oder ein zu teures Mainboard nach sich zieht. Entscheidend ist die Rechnung für den ganzen PC.
Sie können auch die genauen Komponenten Ihres PCs in Rigflation vergleichen. Das Ergebnis bezieht sich auf verfügbare, datierte Angebote für dieselben Modelle. Es beschreibt die Kosten eines erneuten Kaufs dieser Teile, nicht den Wiederverkaufswert Ihres PCs oder die Preisentwicklung des gesamten Markts.
Weiterlesen: einen PC in dieser schwierigen Phase kaufen und Fertig-PC und Einzelteile vergleichen.

